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Abendgebet einer erkälteten Negerin
Ich suche Sternengefunkel. Sonne brennet mich dunkel. Sonne drohet mit Stich. Warum brennt mich die Sonne im Zorn? Warum brennt sie gerade mich? Warum nicht Korn? Ich folge weißen Mannes Spur. Der Mann war weiß und roch so gut. Mir ist in meiner Muschelschnur So negligé zu Mut. Kam in mein Wigwam Weit übers Meer, Seit er zurückschwamm, Das Wigwam Blieb leer. Drüben am Walde Kängt ein Guruh Warte nur balde Kängurst auch du.
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An einem Teiche
An einem Teiche Schlich eine Schleiche, Eine Blindschleiche sogar. Da trieb ein Etwas ans Ufer im Wind. Die Schleiche sah nicht was es war, Denn sie war blind. Das dunkle Etwas aber war die Kindsleiche Einer Blindschleiche.
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An Gabriele B.
Schenk mir dein Herz für vierzehn Tage, Du weit ausschreitendes Giraffenkind, Auf daß ich ehrlich und wie in den Wind Dir Gutes und Verliebtes sage. Als ich dich sah, du lange Gabriele, Hat mich ein Loch in deinem Strumpf gerührt, Und ohne daß du's weißt, hat meine Seele Dui-ch dieses Loch sich bei dir eingeführt. Verjag sie nicht und sage: "Ja!" Es war so schön, als ich dich sah.
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An M.
Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst - Weißt du wohl, wie heiß du mich oft rührst? Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!
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Arm Kräutchen
Ein Sauerampfer auf dem Damm stand zwischen Bahngeleisen, machte vor jedem D-Zug stramm, sah viele Menschen reisen. Und stand verstaubt und schluckte Qualm, schwindsüchtig und verloren, ein armes Kraut, ein schwacher Halm, mit Augen, Herz und Ohren. Sah Züge schwinden, Züge nahen. Der arme Sauerampfer sah Eisenbahn um Eisenbahn, sah niemals einen Dampfer.
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